15.
Jan 2015

Pegida ist überbewertet

In Dresden haben Pegidamärsche ihren Ursprung und den höchsten Zulauf. In Sachsen schaukeln sich seit der Deutschen Einheit linke und rechte Protestparteien bis in den Landtag hinein. Traditionell die SED-Nachfolger, vor einigen Jahren die NPD und seit der letzten Landtagswahl die AfD. Und dies vor dem Hintergrund, dass die wirtschaftliche und soziale Lage in Sachsen besonders gut und die Zahl der ausländischen Mitbürger ziemlich gering ist. In Köln, Düsseldorf und Münster dagegen stehen wenige Hundert Pegida Anhängern tausende von Gegnern gegenüber. Das Zeichen, den Kölner Dom während des Pegidamarsches nicht zu beleuchten, zeigt, dass Christen mit einer Sammelbewegung des Hasses keine Gemeinsamkeiten haben.
Die Union wird sich weiter klar gegen Pegida abgrenzen, aber auch Missstände abstellen. Ungelöste Probleme werden zum Treibstoff für Protestgruppen, egal ob sie links oder rechts agitieren. Hier gilt es die berechtigen Anliegen vom Wirrwarr der Hasserfüllten zu trennen. Juden, Christen und Muslime haben gemeinsame Wurzeln, die uns prägen. Deutschland hat eine Hausordnung, unsere Verfassung mit Werten, die unveräußerlich sind. Scharia und Burka passen nicht dazu. Unter den heimischen Muslimen sind die Salafisten eine verschwindende Minderheit. Flüchtlinge, die um ihre Leben gerannt oder geschwommen sind, schützen wir. Deutschland ist weit weg von irgendeiner Islamisierung, aber wir erwarten auch von islamischen Staaten, dass sie religiöse Minderheiten und dazu gehören oft Christen, gleichermaßen schützen und Fluchtursachen beseitigen. Pegida wird in den Medien überbewertet, wir sollten uns besser um die realen Probleme kümmern.