admin
16.
Dez 2015

Nicht das Picken der Rosinen gibt Identität

 

Auch am Niederrhein ist die Zuwanderung von Flüchtlingen das zentrale Thema. Einerseits werden Sporthallen und Kasernen für die Erstaufnahme verwendet, andererseits planen einige Gemeinden neue Wohngebiete für die Integration der neuen Mitbürger.

 

Oft gestellte Frage ist, ob die Politik diese Entwicklung wieder ordnen kann. Dabei ist der Einsatz der Bürgerschaft enorm. So lautete das Motto bei der Kreisfeuerwehr fast merkelianisch: „Wir kennen dass, wir können dass, wir schaffen dass.“

 

Klar ist aber auch: Die Europäische Union wird sich entscheiden müssen. Länder, die sich aus dem alten Schatten der Sowjetunion in die EU geflüchtet haben ohne die europäische Idee verinnerlicht zu haben, zwingen zu einem neuen Profil.

 

Nicht das Picken der Rosinen gibt Identität, sondern die Verpflichtung zu gemeinsamen Werten. Sicher wird sich die EU in zwei unterschiedlichen Qualitäten weiter entwickeln. Ein Kern von Ländern, die ihre politische Gemeinschaft vertiefen und Länder, die sich angedockt haben, um Vorteile auf Zeit zu erzielen.

 

Meine persönliche Hoffnung für 2016: der Papst möge Polen besuchen. Im Sinne des früheren Arbeiterbischofs von Ketteler könnte die Botschaft lauten: Nur wer wahrhaft sozial zu den Schwachen ist, der ist auch wahrhaft katholisch.