23.
Aug 2019

Die Hürden für bezahlbaren Wohnraum müssen abgebaut werden

Das Thema „Wohnen“ ist aktuell in aller Munde, nicht zuletzt durch die lange diskutierte Mietpreisbremse. Immer weiter steigende Mieten und hohe Grundstückspreise machen den Traum vom Eigenheim immer schwerer.  Aber – wie ist die Situation im Kreis Viersen? Auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer war die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Recht und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker, in den Kreis Viersen gereist. Sie ist zugleich Expertin der Unionsfraktion rund um das Thema „Wohnen“.

Gemeinsam tauschten sich die Bundestagsabgeordneten mit dem Arbeitskreis der Wohnungsbaugesellschaften des Kreises Viersen aus. Die Gesellschaften verfügen über rund 11.000 Wohnungen im Kreisgebiet. Unter der Leitung der Vorsitzenden des Arbeitskreises, Michaela Karth (Allgemeine Wohnungsgenossenschaft Tönisvorst EG) und Albert Becker (VAB), diskutierte die Runde zahlreiche Themen. „Wir haben genug Wohnungen, aber die falschen“, eröffnete Albert Becker. Er spielte darauf an, dass sich der gesellschaftliche Bedarf verändert hat. Hierzu gehören die erhöhte Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum und Singlewohnungen. Zugleich zeigte sich aber auch, dass die angespannte Situation der Großstädte bei den Mietpreisen mit der Situation im Kreis Viersen nicht vergleichbar ist. Die Gesellschaften können im Durchschnitt Mieten zwischen 4,80 und 5,50 pro Quadratmeter anbieten.  „Wir sind dankbar für den Austausch. Uns ist es wichtig, dass wir die Erfahrungen aus der Praxis in die Gesetzgebungsverfahren mit einbringen und gegebenenfalls anpassen können“, unterstrichen Elisabeth Winkelmeier-Becker und Uwe Schummer.

Die Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften hatten insgesamt sieben Themenbereiche vorbereitet. Hierbei ging es um die Umlagefähigkeit von Modernisierungsaufwendungen, die Gewerbesteuerpflicht von Wohnungsunternehmen bei der Stromeinspeisung bis zur Neugestaltung der Grundsteuer. Im Gedankenaustausch zeigte sich schnell, dass im Mittelpunkt der Überlegungen für Politik und den Vertretern des Wohnungsbaus der Mieter steht. Michael Aach,  Vorstand der GWG, und Mike Zander (GWG) erläuterten den Abgeordneten, dass eine geplante Veränderung des Telekommunikationsgesetzes für den Mieter im Bereich des Breitbandausbaus teuer werden könnte. „Durch unsere enge Zusammenarbeit können wir, aufgrund der großen Nachfrage – immerhin 11000 Wohneinheiten – besondere Konditionen für unsere Mieter verhandeln. Das soll so bleiben“, betonten die Vertreter der GWG.

Die beiden Bundestagsabgeordneten versicherten, den „bunten Strauß“ an Themen nach Berlin zu transportieren und dort einzubringen. Hierzu gehören die Festschreibung des Anteils öffentlich geförderter Wohnungsbau in Bebauungsplänen, die verbilligte Abgabe von Flächen in öffentlichem Eigentum, aber auch die Vereinfachung der Nachverdichtung im Bestand. Neben dem Bürokratieabbau sollen Förderungen im Bereich des altersgerechten Umbaus sowie bei Modernisierungen erfolgen. „Wir werden uns für die Vereinfachung der Verfahren einsetzen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Hürden für die Schaffung von Wohnraum zu beseitigen“, unterstrichen Uwe Schummer und Elisabeth Winkelmeier-Becker.