30.
Sep 2020

Corona-Vorsprung nicht verspielen – Mit Abstand und Lüften durch die Wintermonate

Foto: Robert Schlesinger

Seit März dieses Jahres begleitet uns im Alltag die globale Corona-Pandemie. Deutschland ist – im Vergleich zu anderen Staaten – bisher gut durch diese Zeit gekommen; wirtschaftlich wie sozial. Dennoch sollte sich nicht in falscher Sicherheit gewiegt werden. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Arbeitnehmergruppe im Deutschen Bundestag, Uwe Schummer, appelliert daher an das weitere Einhalten der ‚Corona-Regeln‘ und betont vor allem das infektionsrechte Lüften:

„Mit Abstand, Hygiene und Alltagsmasken sind wir im Vergleich zu fast allen anderen Staaten gut durch die Pandemie gekommen. Die Infektionsgefahr ist außen geringer als in geschlossenen Räumen. Deshalb ist im Winter das Lüften geschlossener Räume wichtig. Zu der bisherigen A.H.A-Regel kommt das ‚L‘ hinzu.  

Und es gibt weitere Gefahren. So ist in der Fleischwirtschaft aufgrund der heruntergekühlten Temperaturen, geschlossener Räume, körperlich harter Arbeit und zu geringer Frischluftzufuhr in der Klimatechnik das Infektionsrisiko viermal höher als im Alltag, wo 1,5 Meter Abstand gilt. In einer NRW-Studie wurde festgestellt, dass ein Infizierter das Virus über 8 Meter hinweg weiterverbreiten konnte.

Von daher gibt die Empfehlung der Bundesregierung Orientierung für die kommenden kälteren Wochen. Hauptrisiken der Pandemie liegen bei Tröpfchenübertragungen und Aerosole. Sie wurde von einem Expertenkreis der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie dem Robert Koch-Institut – in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeits- und dem Bundesgesundheitsministerium – erstellt.

Empfohlen wird:

  • Regelmäßiges Lüften über Fenster und Türen.
  • Anpassung raumlufttechnischer Anlagen. Weniger Umluft, mehr Frischluft. Regelmäßiger Austausch von Filtern, Optimierung, mobile Klimatechnik, evtl. UVC-Bestrahlung zur Desinfektion. 43% der 750.000 Anlagen, die in wirtschaftlich genutzten Räumen sind, werden als Umluft- oder Mischluft betrieben. Je kleiner die Frischluftmenge, desto höher die luftgetragene Virenlast.
  • Unfallversicherungsträger sollen auf Grundlage der Rechtslage prüfen und beraten; Verstöße ahnden.

Dabei ist die rechtliche Grundlage der technischen Empfehlung das Arbeitsschutzgesetz. Demnach hat der Arbeitgeber am „Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung“ zu erstellen, aus der sich alle erforderlichen Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz ableiten. Er muss die Maßnahmen auf seine Wirksamkeit hin prüfen und sie an neue Entwicklungen und Erkenntnisse anpassen.

Gut ist ebenso, dass die KFW ein Programm auflegt, mit dem sie mit einem Zuschuss von bis zu 40 Prozent Raumlufttechnik-Anlagen fördert, die in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsräumen zum Infektionsschutz installiert oder optimiert werden.

Die nächste Zeit wird entscheidend sein. Wir sollten unseren hart erkämpften Vorsprung der letzten Monate nicht verspielen.“