22.
Jun 2020

Tönnies-Skandal: Organisierte Verantwortungslosigkeit

Foto: Robert Schlesinger

Nach drei Monaten Pandemie, den Vorfällen bei Westfleisch, zeigt sich die Unternehmensführung von Tönnies als organisierte Verantwortungslosigkeit. Uwe Schummer MdB, Vorsitzender der CDU/CSU Arbeitnehmergruppe im Deutschen Bundestag:

Tönnies-Skandal, eine Unternehmensführung, die ihre Verantwortung von Beschäftigten an Subunternehmen abgestoßen hat. Arbeitsbedingungen und Unternehmensidee nehmen in Kauf, Menschen zu verschleißen, um sie dann über Subunternehmen auszutauschen. Daraus resultierende Sozialkosten gehen an die Allgemeinheit.

Hier haben sich Geiz und Gier zur organisierten Verantwortungslosigkeit verbunden. Heute droht Tönnies zum zweiten Ischgl zu werden – eine europaweite Virenschleuder.

Konsequenzen:

• Tönnies und alle anderen Schlachtunternehmen müssen sich in ihrer zentralen Unternehmenstätigkeit auf dauerhaft bei ihnen direkt angestellte Arbeitnehmer stützen – so wie sie es seit 2015 immer wieder versprochen haben.

•  Das Robert Koch-Institut hat in Zusammenarbeit mit Arbeitsmedizinern zügig die Vorgänge bei Tönnies zu untersuchen, um die Ursachen der Masseninfizierung solide aufzuarbeiten. Daraus resultierende Vorschläge werden wir in das Gesetzgebungsverfahren zum Arbeitsschutz in der Fleischindustrie aufnehmen. 

• Generalunternehmerhaftung für alle Beschäftigten, die im Kernbereich der Fleischindustrie tätig sind. Umfassen die Löhne, Sozialversicherung, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Unterkünfte.