13.
Apr 2016

Mehr „Tatort“ und Co für Gehörlose übersetzen

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Öffentlich-rechtliche Fernsehsender bieten für gehörlose Menschen immer noch zu wenige Formate in deren Muttersprache, der Deutschen Gebärdensprache. Dazu erklärt der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag:

“Seit Einführung der neuen Rundfunkgebührenordnung in 2013 wurde das barrierefreie Sendeangebot deutlich ausgebaut. Seitdem zahlen auch Menschen mit Behinderungen einen ermäßigten Rundfunkbeitrag. Gleichzeitig haben ARD und ZDF zugesichert, ihre Angebote für diese Zuschauergruppe deutlich auszubauen. Vor allem die Untertitelung der Sendungen ist seitdem erfolgreich vorangeschritten: Über 90 Prozent der Sendungen werden damit ausgestrahlt. Das kommt bei vielen Zuschauern gut an. Vor allem Schwerhörige, Spätertaubte oder Menschen mit Migrationshintergrund, profitieren von diesem Angebot.

Dabei geraten jedoch die rund 100 000 Menschen mit Hörbehinderung, die Sendungen in ihrer Muttersprache, der Deutschen Gebärdensprache, verfolgen möchten, meist in Vergessenheit. Für sie hat nur der Sender Phoenix einige Sendungen mit Gebärdensprachdolmetschung im Programm. Seit 2002 ist die Gebärdensprache als eigenständige Sprache in Deutschland anerkannt.

Andere Länder, wie Großbritannien, machen vor, dass es geht: Alle Sendungen werden mit Untertitelung, Audiodeskription und Gebärdensprache angeboten. Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland können und müssen hier noch besser werden.“