10.
Dez 2015

Betreuungsvereine benötigen mehr Unterstützung

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Über die finanziellen Probleme der Betreuungsvereine sprach gestern die Lebenshilfe NRW mit dem sozialpolitischen Sprecher, Ernst-Ulrich Alda, der nordrhein-westfälischen FDP-Fraktion. Ihm gegenüber machten Landesvorsitzender Uwe Schummer und Landesgeschäftsführer Herbert Frings deutlich, dass der Wunsch nach mehr ehrenamtlicher Betreuung und finanzieller Ausstattung der Betreuungsvereine nicht harmonieren. „Die ehrenamtliche Betreuung ist vom Gesetzgeber gewünscht und hat aus unserer Sicht einen sozialeren Ansatz als die der Berufsbetreuer“, erklärte Schummer. Landesgeschäftsführer Frings wünscht sich eine Erhöhung der Ressourcen für die Betreuungsvereine, wenn es wirklich so wichtig ist, wie die Politik betont. „Hier muss nachgebessert werden.“

Eine der Kernaufgaben der ehrenamtlich geführten Betreuungsvereine ist – neben der Betreuung von Menschen mit Behinderung oder schwer erkrankter – Personen die Beratung und Werbung ehrenamtlicher Betreuer. Aktuell bekommen die Vereine eine Zuwendung von 70 Euro je Betreuer oder Betreuerin im Jahr. Zusätzlich gab es vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales für die Lebenshilfe NRW, mit seinen landesweit acht Betreuungsvereinen und insgesamt 28 Mitarbeitern, zuletzt 1700 Euro pro Jahr.

Alda hörte den Anmerkungen der beiden Vertreter der Lebenshilfe NRW aufmerksam zu. Er erklärte später, er habe selber bereits die Aufgabe als ehrenamtlicher Betreuer wahrgenommen und könne das Anliegen der Lebenshilfe NRW verstehen. „Vielleicht muss man über einen Schlüssel nachdenken, der die Mittel dem Aufwand entsprechend verteilt“, merkte Alda an. Schummer brachte eine Steigerung der Zuwendung von 70 auf 100 Euro ins Spiel. Diese Summe ist seit zehn Jahren unverändert.

Schummer bedankte sich am Rande des Gespräches bei Alda dafür, das auch die FDP sich am gemeinsamen Antrag des nordrhein-westfälischen Landtages beteiligt hat, der eine Entschädigung für misshandelte Kinder mit Behinderung aus Einrichtungen der Behindertenhilfe ermöglicht. Bezogen auf das Inklusionsstärkungsgesetz NRW wies Frings auf die Bedeutung der Leichten Sprache als Kommunikationsform für Menschen mit geistiger Behinderung hin. „Wir wünschen uns, dass dieser Begriff ins Gesetz aufgenommen wird, und die unklaren Formulierungen ‚leicht verständliche‘ oder ‚einfache Sprache‘ ersetzt. Leichte Sprache folgt festen Regeln und ist in ihrer Bedeutung vergleichbar mit der Gebärdensprache oder der Brailleschrift für die Betroffenen.