09.
Jan 2017

2017 wird ein Schicksalsjahr

Vor einem Jahr standen wir im Zentrum der Flüchtlingsbewegung aus den Krisenregionen nach Europa. Deutschland hatte sich auf 50.000 Flüchtlinge eingerichtet, es kamen 900.000. Nicht weil irgendeine Politik dies so gewollt hat; niemand hat die Grenzen der Europäischen Union geöffnet. Sie waren offen durch die Vereinbarungen von Schengen.

Eine zentrale Ursache war die Halbierung der Lebensmittelrationen in den Flüchtlingszentren. Wer vor dem Nichts flieht, der hat vor Nichts mehr Angst. Wichtig war, dass diese Fehlentscheidung der reichen UN-Länder korrigiert wurde. Es ist sinnvoller in den Heimatregionen zu helfen als die Probleme von Krieg, Terror und Hunger in Europa lösen zu wollen. Es war die damalige österreichische Bundesregierung die Angela Merkel bat, damit die Flüchtlinge nicht völlig unkontrolliert in die europäischen Länder einsickern, Sonderbusse und -bahnen bereit zu stellen; eine einmalige humanitäre Aktion. Wäre hilfreich, wenn die österreichische und ungarische Regierungen sich an dieses Hilfegesuch erinnern würden. Wir wollen ein geeintes Europa, weil es uns seit 70 Jahre Friede, Freiheit und Wohlstand sichert. Eine solche Friedenszeit ist einmalig in der deutschen Geschichte. Heute sind die Sporthallen in unserer Region weitgehend geräumt. Die Familien, die Bleiberecht haben, erhalten in der Stadt Willich eine angemessene Unterkunft.

Dabei geht es auch darum, dass die Mittel des sozialen Wohnungsbaus auch für Einheimische, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und behinderte Menschen bereitstehen. Wichtig ist: Wir wollen eine dezentrale Unterbringung und eine gute Durchmischung; keine Ghettos. So kann Integration gelingen.

Wichtig ist auch, dass wieder Schul- und Vereinssport in den Hallen stattfindet. Alle Vereine sind Motor unseres Gemeinwesens. Sie führen Menschen zusammen, egal woher sie kommen, egal wohin sie gehen. Das gilt auch für unsere Brauchtumsvereine und Chöre mit ihren großen Festen und Konzerten. Das gilt auch für die Rettungsdienste.

Sie fragen nicht woher kommst du, sondern wie können wir dich fördern und was ist dein Beitrag in unserem Verein.

Ab März gilt eine neue Sportstättenverordnung des Bundes. Um den Spielbetrieb auf Sportanlagen zu fördern, wird der Lärmschutz wie bei Kindertagesstätten verändert. Dies bedeutet, dass auch an Wochenenden und an Abenden der Sportbetrieb weiterlaufen kann. Wenn eine Sportanlage wegen ihrer Nähe zur Wohnbebauung innerhalb der abendlichen Ruhezeiten nur eingeschränkt genutzt werden durfte, so fallen nun diese Einschränkungen weg. Sport hat Vorrang. Gemeinsinn geht vor Eigensinn.

Neben dem bürgerschaftlichen Engagement ist die Innere Sicherheit zentrales Thema dieses Jahres. Wichtig ist: Niemand kommt mehr unkontrolliert und ohne die Erfassung seiner biometrische Daten über die europäische Außengrenze. Es war gut, die Balkanstaaten als sichere Herkunftsländer anzuerkennen und so die Verfahren zu beschleunigen.

Es ist seit Monaten überfällig, dass auch die nordafrikanischen Länder Algerien, Tunesien und Marokko diesen Status erhalten. Wenn die Anerkennungsquote für Fluchtursachen bei 2%, die Kriminalitätsquote aber zehnfach höher ist, dann sollte auch die rotgrüne Landesregierung endlich ihre Blockade gegen den Status beenden.

Wir wollen die Opfer schützen; nicht aber die Täter.

Das Integrationskonzept unserer Stadt ist der richtige Weg. Familien, die unsere Sprache lernen, die ihren Arbeitsbeitrag für das Gemeinwesen leisten, unsere Werte achten, sind eine Bereicherung. Wer sich nur kriminell bereichern will, der hat kein Heimatrecht.

Dank an Vereine für ihr bürgerschaftliches Engagement. Sie geben unserer Stadt ein menschliches Gesicht. Unsere Stadt ist aber auch wirtschaftlich stark. In Willich wird investiert. Unsere Gewerbegebiete sind fast vollständig vermarktet. Aber auch die Infrastruktur in wird optimiert. Der Bund investiert in den Ausbau der A52. Das bedeutet ab 2018 kann der Standstreifen im Kreuz Neersen im Berufsverkehr genutzt werden. Daneben werden Anlieger entlastet. Der Bund investiert in verbesserten Lärmschutz.

Die Stadt Willich hat eine hohe Investitionsquote; das hilft dem Handwerk und dem Handel in unserer Region. Wir investieren in unsere Schule und Kindertagesstätten. Wir investieren in die Sanierung unserer Kanäle und Straßen. Das sind nachhaltige Investitionen. Die Probleme der Vergangenheit, vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen, dürfen sich nicht wiederholen.

Das spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wieder, im Bund haben wir die höchste Zahl der Beschäftigten mit 43,5 Millionen. Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,6 Millionen auf dem niedrigsten Stand.

In Willich leben wir von und mit der Globalisierung. Das zeigen auch unsere Partnerstädte. Mit Linselles verbindet uns schon traditionell eine enge Partnerschaft. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs haben wir unsere Partnerschaft mit Smiltene in Lettland weiter ausgebaut. Die Freundschaft mit der japanischen Stadt Marugame ist auch ein wichtiges Signal für die zahlreichen asiatischen Unternehmen in unseren Gewerbegebieten. 2017 wird ein Schicksalsjahr. Europa ist auch ein Friedenswerk. Erstmals in der Geschichte unseres Volkes leben wir seit 70 Jahren friedlich und frei im Herzen Europas. 1949 stellte Konrad Adenauer die Weichen für das geeinte Europa.

Folgen Sie nicht den Hassparolen, den Eiferern ob aus ideologischen oder religiösen Gründen. Helfen Sie, dass die Grundlage unserer Demokratie vor ihren Feinden geschützt wird; dass 2017 zu einem guten Jahr für Willich, Deutschland und Europa wird.